
1604:
Am 8. Juni unterzeichnete Graf Ludwig II. von Nassau - Saarbrücken die Gründungsurkunde des Dorfes Ludwigsweiler. Darin erlaubt er zwölf Hugenotten, die wegen ihres calvinistischen Glaubens Frankreich verlassen mussten, an der "Rixfurth im Warneth" ein Dorf zu gründen. Gleichzeitig befreite er seine neuen Untertanen für sechs Jahre von allen Frondiensten und anderen Abgaben. Danach bestand die Möglichkeit, den Frondienst durch Geldzahlungen zu ersetzen. Angeführt wurden die Flüchtlinge vom Adligen Daniel de Condé.
Das Gelände an der Rixfurth, 1458 als Bachübergang erstmals erwähnt, musste der Völklinger Hof vom Bann des Dorfes Geislautern abtreten. Jeder der Neusiedler erhielt vier Morgen Bau- und 80 Morgen Ackerland. Außerdem gestattete Graf Ludwig den Hugenotten eine Kirche mit einer Schule zu bauen. Der erste Ludweiler Pfarrer war von 1604 bis 1621 Barthelmy du Cloux. Im gleichen Jahr wird die sog. "Oberste Mühle" erbaut. Nach einigen Jahrzehnten verkürzte sich der Name Ludwigsweiler in Ludweiler.
1616:
Jaques de Titry erhielt die Erlaubnis in der Hirtenwiese eine Glashütte zu errichten. Diese älteste, auf dem Gebiet des heutigen Saarlandes nachweisbare, Glashütte wurde während des 30jährigen Krieges zerstört.
1627:
Einquartierung von Kompanien des Kaiserlichen Rittmeisters Horion in Geislautern, Ludweiler und Naßweiler.
1628:
Ludweiler zählte 1 Pfarrer, 1 Lehrer, 1 Meier, 49 selbständige Untertanen, 3 Hirten und 3 leere Häuser.
1635 (30jähriger Krieg):
Ende des Jahres berichtete Rentmeister Klicker: "Ob in Ludweiler noch jemand am Leben ist weiß man nicht, denn lange Zeit ist niemand im Dorfe gewesen. Es kann nur vermutet werden, dass die meisten der flüchtigen Einwohner ihre Zuflucht im Metzer Land gesucht haben oder im kurfürstlichen Otterberg, sofern sie nicht der damals wütenden Pest und anderer schon über zehn Jahre wütenden Seuchen zum Opfer gefallen sind."
ab 1656/57:
Wiederbesiedlung Ludweilers durch 40 Hugenottenfamilien aus der Gegend von Metz. Nun erscheinen die Familiennamen, die bis heute im Ort anzutreffen sind: Bachelier, Collin, Desgranges, Duval, Henry, Laval, Manville, Mollet, Renollet, Aubertin, Guers, usw.
1660:
Wiederaufbau der zerstörten Kirche und der Schule.
1664:
Nach einer Abgabenliste von 1664 war Ludweiler hinter den Städten Saarbrücken und St. Johann der drittgrößte Ort in der Grafschaft Saarbrücken.
1680:
Ludweiler zählt 41 selbständige Untertanen.
1685:
Durch Aufhebung des Toleranzediktes von Nantes ergoss sich ein weiterer Flüchtlingsstrom von Hugenotten aus Frankreich nach Ludweiler.
Französische Truppen hielten jedoch die Grafschaft Saarbrücken besetzt und der französische Indentant spach ein Verbot der reformierten Religionsausübung aus, ließ den Pfarrer Johannes Regni vertreiben und die notdürftig eingerichtete Kirche zerstören.
Danach hatte Ludweiler Jahrzehnte keinen eigenen Pfarrer mehr. Die Bevölkerungszahl sank. Erst 1720 wurde den Ludweilern wieder die freie Religionsausübung gestattet. Die Kirche konnte wieder aufgebaut werden.
1688:
In Ludweiler leben nur noch 22 Familien, 18 reformierte und 4 katholische.