
Im Vorfeld des Baus der Hugenottenkirche von 1785 entstanden schon vorher mind. 3 weitere Kirchen, an selber Stelle. Die erste kleine Kirche entstand wenige Monate nach der Gründung Ludweiler' s im Jahre 1604, die wahrscheinlich im 30 Jährigen Krieg (1618 - 1648) zerstört wurde.
Es ist nicht bekannt, dass Mitte des 17. Jahrhunderts Menschen in Ludweiler lebten. Die zweite kleine bescheidene Kirche wurde erst wieder 1660 von Metzer Flüchtlingen an selber Stelle errichtet.
Nach der Aufhebung des Duldungsediktes von Nantes am 18. Oktober 1685 von König Ludwig XIV., ergoss sich ein weiterer großer Flüchtlingsstrom von Hugenotten aus Frankreich. Damals fanden 150 Familien in Ludweiler übergangsweise Zuflucht.
Im November 1685 wurde die zweite Kirche auf Befehl des franz. Königs niedergebrannt, der damals bis ins Saarbrücker Land Einfluss hatte. Die Ausübung der Religion wurde unter Androhung schwere Strafen verboten und der Pfarrer wurde verjagt. Gottesdienste fanden danach heimlich in Wohnhäusern und Scheunen statt. Die Gemeinde Ludweiler wurde "ambulant" alle paar Wochen von Pfarrer Euler aus Pfeffelbach bei Kusel mit Taufen und Trauungen versorgt.
Erst nach 1720 konnte eine weitere Kirche gebaut, da sich die Situation um die Hugenottenverfolgung ein wenig beruhigte. Die Kirche war nach wenigen Jahrzehnten jedoch schon in einem solch schlechten Zustand, so dass Sie abgerissen werden musste.
1786 wurde dann die noch heute stehende Hugenottenkirche, ohne Turm und Orgel, errichtet. Eine Orgel wurde erst 1857 von den bekannten Orgelbauern Stumm aus Rauen im Hunsrück eingebaut. Das Hauptwerk aus dieser Zeit ist fast noch vollständig erhalten bzw. wurde durch die Renovierung im Jahre 1998 in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt.
Der Kirchturm, indem sich heute 3 Glocken befinden, wurde erst im Jahre 1877 erbaut. Nachdem das Geläut der Glocken nicht mehr im ganzen Ort zu hören war. Davor hatte die Kirche nur einen Dachreiter mit 2 Glocken.
Der letzte größere Umbau war erst nach dem 2. Weltkrieg, wobei die Empore erweitert wurde.
1960 wurde die Kirche in Richtung des alten Friedhofs erweitert und die Sakristei angebaut.
1984/85 wurde hinter der Kirche und dem Pfarrhaus ein neues Gemeindehaus gebaut, das "Johannes-Calvin-Haus".
Durch das Zusammenfassen der lutherischen und der calvinistischen Lehre im Jahre 1817, verlor die evangelische Gemeinde immer mehr ihren reformierten Charakter. Das Wissen und Bewusstsein um die Tradition der Hugenotten geriet bis heute immer mehr in Vergessenheit.
Ein ehemaliger Pfarrer meinte: " Vom Erbe in der Hugenotten ist in Ludweiler fast nur noch eine Reihe von französischen Namen übrig geblieben!"
Pfarrer Mohns (1936-1978) machte sich mit der engagierten Aufarbeitung der Historie um die besondere Geschichte der Evangelischen Gemeinde Ludweiler' s verdient.
Die Evangelische Gemeinde Ludweiler hatte im Jubiläumsjahr 2004 ca. 2100 Mitglieder.
Quellen:
Chronik zu "400 Jahre Ludweiler"
2. & 3. Bild: Heimatkundlicher Verein Warndt